Renovierung
 
 

Der Weg zur Restaurierung und Wiederinbetriebnahme der Kalkarer Mühle am Hanselaerer Tor war lang und beschwerlich. Erste Initiativen in den achtziger Jahren waren vor allem an finanziellen Hindernissen gescheitert. Anfang der neunziger Jahre standen jedoch durch das Sonderprogramm zur Förderung der regionalen Infrastruktur zum Ausgleich des Forschungsprojektes SNR (Schneller Brüter) in Kalkar Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung, um dieses ehrgeizige Projekt in Angriff zu nehmen.

Die vier Schwerpunkte der durchzuführenden Arbeiten waren Renovierung und Wiederinbetriebnahme der historischen Mühle, Umbau des ehemaligen Kornhauses in eine Gaststätte mit eigener Brauerei, Errichtung eines Backhauses mit Steinofen zum Verbacken des in der Mühle gemahlenen Vollkornmehls und Errichtung eines neuen Bürogebäudes als Sitz der Touristik-Agentur Niederrhein. In einem beschränkten städtebaulichen Wettbewerb wurden mehrere Vorschläge zur Umsetzung dieser Vorgaben von einer unabhängigen Jury bewertet und der Sieger, das Klever Architektur- und Ingenieurbüro Tönnissen & Partner, mit der Durchführung beauftragt. Die Restaurierung leitete der Kalkarer Architekt Karl Deidelhoff.

In der Mühle waren trotz der teilweise noch erhaltenen Mahltechnik umfangreiche Renovierungsarbeiten erforderlich. Neben Ausbesserungsarbeiten am Gemäuer gehörten dazu auch der Neubau der Turmhaube mit Teilen der Antriebstechnik, der Mahlgänge und dem Sackaufzug. Überhaupt nicht mehr vorhanden waren die umlaufende Galerie auf Höhe des fünften Stockwerks und die Windmühlenflügel.

Ganz bewußt wurde darauf verzichtet, Entwicklungen der Mühlentechnik aus dem späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert in die Renovierungsarbeiten einfließen zu lassen. Daher ist davon auszugehen, daß die Mühle heute größtenteils auf einem technischen Stand ist wie in ihren Anfangsjahren gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

 


Bei den Renovierungsarbeiten
mußten viele Schwierigkeiten
überwunden werden.


Das Kammrad wartet auf den Einbau.